An was denken Sie, wenn von Social Media die Rede ist? Stelle ich diese Frage im persönlichen Gespräch antworten die meisten: Facebook. Und für fast alle von ihnen ist selbstverständlich, dass sie für ihr Hotel, ihr Restaurant oder ihre Destination eine Facebookseite haben. Bei weiterem Nachhaken zeigt sich dann manchmal, dass sie auch noch auf anderen Plattformen vertreten sind. Die einen auf Twitter, die anderen auf Instagram oder YouTube. Die klare Priorität liegt aber bei Facebook. Warum Sie aber besser nicht alles auf diese eine Karte setzen sollten, erfahren Sie hier.

Facebook bestimmt die Regeln

Klar ist: Ihre Facebookseite ist Ihr Hoheitsgebiet auf Facebook. Diese Seite können Sie im Kopfbereich nach Ihren eigenen Vorstellungen und in Ihrem Corporate Design gestalten. Sie können dort posten so oft Sie wollen. Und Sie können grundsätzlich bestimmen, welche Inhalte Sie veröffentlichen. Doch das ist schon alles. Denn Facebook ist Hausherr der Plattform und bestimmt damit auch die Regeln.

Schon häufiger hat es in der Vergangenheit Fälle gegeben, wo sich Facebook an Details zum Beispiel auf Fotos gestört und diese dann gelöscht hat. Wenn Sie jetzt denken, dass es sich dabei immer um anstößige Bilder gehandelt haben müsse, liegen Sie leider falsch. Ein krasses Beispiel ist die berühmte und mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnete Aufnahme des Napalm-Mädchens aus dem Vietnam-Krieg. Diese hatte Facebook aus zahlreichen Postings entfernt und erst nach einer wahren Protestwelle wieder zugelassen. Nun haben natürlich Bilder aus dem Tourismus einen völlig anderen Charakter. Wer jetzt aber an Fotos aus dem Wellness-Bereich denkt, kann sich aber durchaus vorstellen, dass es auch dort zu Fehlinterpretationen von Facebook kommen kann.

Entscheidend ist: Mit allen Inhalten und mit allem, was Sie sich an Reichweite auf Facebook erarbeiten, befinden Sie sich in der Hand des Konzerns. Würde Facebook die Plattform plötzlich schließen – was natürlich wenig wahrscheinlich ist – wäre alles mühsam Aufgebaute von heute auf morgen weg. Würde das Unternehmen auf eine Bezahlversion umstellen und Sie würden dabei nicht mitgehen wollen, gilt das Gleiche.

Die organische Reichweite von Facebookseiten ist nicht festgelegt für die Ewigkeit

Zu den von Facebook bestimmten Regeln gehört auch, wie Facebookseiten Reichweite gewinnen. Schon seit längerem ließe sich jedoch besser sagen organische Reichweite verlieren. Immerhin beklagen sich seit einiger Zeit viele Betreiber von Facebookseiten über sinkende organische Reichweiten – und das bei zum Teil wachsenden Fanzahlen. Wenn Sie das nun auf Ihre eigene Facebookseite übertragen, würde das konkret Folgendes bedeuten: Viele Ihrer Fans sehen die Bilder und Inhalte, die Sie mit Bedacht zusammengestellt haben, überhaupt nicht mehr – es sei denn, Sie schalten Werbeanzeigen. Und genau hierin steckt ein wichtiger Punkt. Denn auch Facebook will Geld verdienen. Organische Reichweite ist aber ein Geschenk, von dem eben nicht weiß, wie oft oder wie lange man es erhält.

Künftig könnte die organische Reichweite sogar noch weiter eingeschränkt werden. Tests, die Facebook im Oktober in verschiedenen Ländern durchführte, lassen darauf schließen. Dabei wurden die Posts von Facebookseiten im normalen Newsfeed nicht mehr ausgespielt. Stattdessen enthielt der Feed nur noch Nachrichten von Freunden, Gruppenposts und Facebookanzeigen. Nur im ebenfalls im Oktober eingeführten neuen Explorer Feed waren Seitenbeiträge zu sehen. Wie die Entwicklung hier weitergeht, bleibt also spannend. Verlassen sollte sich jedoch niemand auf eine garantierte organische Reichweite für seine Facebookseite.

Nicht jeder ist auf Facebook

Eine weitere Frage, die sich stellt: Erreichen Sie auf Facebook alle diejenigen, die Sie ansprechen möchten. Lange Zeit zeigten viele Menschen gerade in Deutschland sich skeptisch in Bezug auf die Plattform. Hauptgrund dafür war die Angst vor Datenverlust. Auch wenn ich diese Bedenken immer noch häufig höre, scheint die Zahl der Skeptiker doch deutlich zurückgegangen zu sein. Gefühlt ist demnach inzwischen jeder mit einem Profil auf Facebook. Doch ist das wirklich so?

Laut offiziellen Zahlen von Facebook nutzen in Deutschland 31 Millionen Menschen die Plattform aktiv. Damit ist es tatsächlich zurzeit das soziale Netzwerk mit den meisten Nutzern. Was aber auch deutlich wird: Es gibt immer noch viele Menschen, die nicht über Facebook zu erreichen sind. Dadurch wird klar, dass auch andere Plattformen für das eigene Marketing eine wichtige Rolle spielen sollten. Schließlich wollen Sie auch solche potenziellen Gäste und Stammgäste erreichen, die kein Profil auf Facebook haben.

Übrigens: Waren es früher vor allem die Älteren, die Facebook wegen Sicherheitsbedenken ablehnten, erreichen Sie heute dort nur noch schwer jüngere Menschen. Für viele von ihnen ist die Plattform „Old School“ und sie haben sich anderen Netzwerken zugewandt. Dazu zählen zum Beispiel Snapchat und Instagram.

Fazit

Auch wenn Social Media bekanntlich Zeit und Mühe kosten, lohnt es sich, verschiedene Kanäle für sich zu nutzen. So stellen Sie nicht nur sicher, verschiedene Zielgruppen anzusprechen. Sie machen sich auch unabhängiger von Veränderungen innerhalb der einzelnen Plattformen.

Ich wünsche Ihnen allzeit zufriedene Gäste

Ihre Martina Schäfer

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Bildquelle: Pixabay

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Martina Schäfer

Ich unterstütze Hotels, die Gastronomie und Destinationen dabei, neue Gäste zu gewinnen und Stammgäste dauerhaft zu begeistern: Mit gut durchdachten Inhalten und individuellen Texten punkten Sie in Social Media und Ihrer gesamten PR. Profitieren Sie von meinem Know-how in Marketing und Kommunikation in Verbindung mit meiner Erfahrung als Reisebloggerin. Gerne gebe ich mein Wissen auch in Workshops oder Vorträgen weiter.

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